Mailand, Cortina d’Ampezzo, Februar 2026
Die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand–Cortina sind zu Ende. Für die Delegation des Ausschusses für Sport und Ehrenamt des Deutschen Bundestages war der Besuch vor Ort eine ideale Gelegenheit, das olympische Großereignis aus sportlicher, organisatorischer und politischer Perspektive zu erleben.
Die Winterspiele in Europa, verbunden mit idealen Bedingungen für viele Fans und einer stärkeren Einbindung bestehender Sportstätten. Tina Winklmann betont:
„Die dezentralen Spiele zeigen, wie bestehende Sportstätten sinnvoll genutzt werden können. Gleichzeitig wird deutlich, wie wichtig gute Verkehrs- und Infrastrukturkonzepte für Akzeptanz in der Bevölkerung sind.“
Mit zwei olympischen Dörfern, zwei olympischen Flammen und insgesamt sieben Hauptaustragungsorten setzt Mailand-Cortina auf ein Modell, das vorhandene Infrastrukturen nutzt und mehrere Regionen einbindet. Dieses Konzept bringt Chancen für die Nachhaltigkeit und regionale Entwicklung, stellt die Ausrichter aber auch vor hohe Anforderungen bei Logistik und Koordination. Genau daraus ergeben sich wichtige Lehren auch mit Blick auf eine mögliche deutsche Bewerbung um olympische und paralympische Spiele. Diese Aspekte standen im Mittelpunkt des politischen Austauschs vor Ort.

In Mailand führte die Delegation Gespräche mit Vertreter*innen des Regionalrats der Lombardei sowie mit ehrenamtlich Engagierten. Im Fokus stand die mehrjährige Vorbereitung, Bürger*innenbeteiligung, Verkehrs- und Infrastrukturplanung, notwendige Investitionen sowie die wirtschaftlichen Effekte und langfristiger Nutzen der Winterspiele für die Region. Der Austausch mit Vertreter*innen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) und des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) lieferte wichtige Impulse für die Weiterentwicklung die sportpolitische Arbeit:
Tina Winklmann: „Wir nehmen viele konkrete Anregungen mit, für eine mögliche Bewerbung in Deutschland ist entscheidend, dass die Menschen früh beteiligt werden und ein nachhaltiger Mehrwert entsteht.“
Ein weiterer zentraler Programmpunkt war der Besuch des Olympischen Dorfes. Dort führten die Abgeordneten Gespräche mit Athlet*innen, Trainer*innen und Betreuer*innen und verschafften sich ein Bild von Unterbringung und Logistik. Dabei wurde erneut deutlich, wie eng sportliche Leistungen und verlässliche Rahmenbedingungen zusammenhängen.
„Für Athlet*innen sind Olympische Spiele kein Event, das sich einfach wiederholt, hier bündeln sich Jahre an Training, Verzicht und Leidenschaft. Das verpflichtet auch die Politik, verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen.“
Weitere Gespräche mit Spitzenvertreter*innen der Internationalen Eishockey-Föderation (IIHF), der Internationalen Biathlon-Union (IBU), des Internationalen Ski- und Snowboardverbands (FIS) sowie des Deutschen Skiverbands (DSV) befassten sich mit Entwicklungen in den Verbänden, sportartspezifische Wettkampfanforderungen, Sicherheitsstandards und Venue-Management.
Ergänzend gaben das Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) und das Institut für Angewandte Trainingswissenschaft (IAT) Einblicke in Sicherheits- und Technikstandards, Trainings- und Testbedingungen sowie in die Bedeutung von Forschung und Materialentwicklung im Leistungssport. Gespräche mit jungen Sportler*innen sowie Ehrenamtlichen des Olympischen Jugendlagers und der Deutschen Sportjugend machten zudem deutlich, wie wichtig internationaler Jugendaustausch und Nachwuchsförderung sind. Der Austausch mit der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) unterstrich die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit für sauberen Sport.

Begleitet wurden die Termine durch Gespräche mit dem Deutschen Eishockey-Bund, dem Deutschen Skiverband sowie Vertreter*innen aus Bob, Skeleton und Rodeln, Begegnungen im Deutschen Haus und an den Wettkampfstätten sowie durch einen Austausch im Österreichischen Haus mit der österreichischen Staatssekretärin für Sport, Michaela Schmidt. Gespräche mit der deutschen Botschaft, der Generalkonsulin in Mailand und weiteren politischen Partner*innen verdeutlichten die diplomatische Dimension der Spiele.
Die Delegationsreise lieferte viele Eindrücke und klare Arbeitsaufträge an die Politik. Tina Winklmann resümiert:
„Mailand–Cortina zeigt, welches Potenzial Olympische Spiele für Regionen entfalten können wenn Nachhaltigkeit, Bürger*innenbeteiligung und gute Rahmenbedingungen für Athlet*innen konsequent mitgedacht werden. Vielen Dank an alle Beteiligten.“