Parlamentarischer Sportabend der Grünen Bundestagsfraktion bringt Athlet*innen, Verbände, Fans und Politik zusammen
Wie gestalten wir eine Sportnation, die Leistung fördert, Teilhabe ermöglicht und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt? Mit dieser Frage beschäftigte sich der zweite Parlamentarische Sportabend der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. Auf Einladung der Fraktion kamen Athlet*innen, Fanvertreter*innen und politische Entscheidungsträger*innen in Berlin zusammen, um über die Zukunft des Sports in Deutschland zu diskutieren.

In ihrer Begrüßung machte Tina Winklmann deutlich, dass Sportpolitik weit über die Förderung des Spitzensports hinausgeht:
„Sport verbindet Menschen, schafft Gemeinschaft und vermittelt Werte wie Respekt, Fairness und Solidarität. Deshalb müssen wir die Sportnation der Zukunft nachhaltig, inklusiv und gerecht gestalten.“
Im Mittelpunkt des Abends standen die großen Zukunftsfragen der Sportpolitik: die Förderung des Nachwuchses, mehr Bewegung in der Gesellschaft, die Stärkung von Athlet*innenrechten, Geschlechtergerechtigkeit, Safe Sport sowie die Rolle von Sportgroßveranstaltungen. Auch die Bewerbung Deutschlands für zukünftige Olympische und Paralymische Spiele wurde intensiv diskutiert.
Mit Blick auf die kommenden Jahre wurde deutlich, welche Chancen große Sportereignisse für das Sportland Deutschland bieten. Die Frauen-Basketball-Weltmeisterschaft 2026 in Berlin und die Weltmeisterschaft der Rhythmischen Sportgymnastik in Frankfurt werden internationale Aufmerksamkeit auf Deutschland richten und zugleich wichtige Impulse für die Entwicklung ihrer Sportarten setzen.

Gemeinsam mit Svenja Brunckhorst, Botschafterin der Basketball-Weltmeisterschaft 2026, sprach Tina Winklmann darüber, wie Begeisterung für Sport früh geweckt und nachhaltig gefördert werden kann.
„Wer über Spitzensport spricht, muss auch über den Breitensport sprechen. Die Grundlage für sportliche Erfolge entsteht vor Ort in den Vereinen und den Schulen“, betonte sie.

Ein weiterer Schwerpunkt war der Rückblick auf die Olympischen und Paralymischen Winterspiele in Mailand und Cortina. Anna-Lena Forster, Simon Schempp und Felix Schrader berichteten von ihren Erfahrungen auf der größten sportlichen Bühne der Welt und diskutierten darüber, welche Lehren sich aus internationalen Sportgroßveranstaltungen für künftige Austragungen ziehen lassen.

Mit Margarita Kolosov war zudem eine der erfolgreichsten deutschen Athletinnen der Rhythmischen Sportgymnastik zu Gast. Im Gespräch wurde deutlich, wie wichtig Sichtbarkeit, verlässliche Förderstrukturen und langfristige Unterstützung für die Entwicklung einer Sportart sind.
Auch die Fankultur erhielt an diesem Abend den Raum, den sie verdient. Gemeinsam mit Manuela Raasch von TurbineFans e.V. und Julia Düvelsdorf vom SV Werder Bremen wurde darüber diskutiert, wie Fanrechte gestärkt, demokratische Mitbestimmung ausgebaut und Diskriminierung im Sport wirksam bekämpft werden können. Dabei wurde deutlich: Fans sind ein unverzichtbarer Bestandteil einer lebendigen Sportkultur.
Für besondere Aufmerksamkeit sorgten zudem zwei Ausstellungsstücke des Instituts für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten. Der Zweierbob von Francesco Friedrich und Torsten Margis aus PyeongChang sowie ein Langlaufsitzschlitten von Anja Wicker aus den Paralympischen Spielen ermöglichten den Gästen einen unmittelbaren Einblick in die Welt des Spitzen- und Parasports.
Der Parlamentarische Sportabend zeigte eindrucksvoll, dass die Zukunft des Sports nur gemeinsam gestaltet werden kann. Starke Vereine, faire Rahmenbedingungen für Athlet*innen, engagierte Fans und eine Sportpolitik, die Teilhabe, Nachhaltigkeit und Vielfalt gleichermaßen in den Blick nimmt, sind die Grundlage für eine Sportnation der Zukunft.
Fotos: © Stefan Kaminski