02.10.2026
Anlässlich der Auswirkungen der anstehenden Novelle des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) für die Windkraft in Bayern erklärt die Oberpfälzer Grünen-Bundestagsabgeordnete Tina Winklmann:
Wir Grüne aus Bayern im Deutschen Bundestag fordern eine Südquote für den Windkraftausbau. Bayern droht sonst beim Ausbau der Windenergie weiter leer auszugehen – und zahlt dafür einen hohen Preis: Rund 1.000 Windkraftprojekte hängen in der Warteschleife, 223 Anlagen sind bereits fertig genehmigt, haben aber keinen Zuschlag in der Ausschreibung und werden darum nicht gebaut. Bayern braucht diese Windkraftanlagen, sonst drohen höhere Netzentgelte, eine unsichere Versorgung und verpasste Chancen für Wertschöpfung hier in der Oberpfalz.
Deswegen haben wir uns als grüne Landesgruppe in einem offenen Brief an die CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag gewandt und Sie aufgefordert, sich in den Ausschussberatungen mit Nachdruck für die Südquote und damit für bayerische Interessen einzusetzen.
Die CSU kann jetzt zeigen, ob ihr Bayern-Pathos mehr ist als ein Wahlkampf-Slogan. Als Teil der Regierungskoalition hat sie die Hebel gegenüber Bundeswirtschaftsministerin Reiche, um die Südquote ins Gesetz zu bringen. Ohne Südquotesteigen die Stromkosten für die Menschen und die bayerische Wirtschaft hat einen massiven Standortnachteil. Wer sich Bayerns Interessen auf die Fahnen schreibt, muss die Südquote darum jetzt durchsetzen.
Zum Hintergrund:
In Bayern warten rund 1.000 Windkraftprojekte in der Planung auf ihre Realisierung, 223 davon sind bereits genehmigt und ausschreibungsreif. Das aktuelle Ausschreibungsdesign bevorteilt windreichere Standorte im Norden. Bei der letzten Ausschreibungsrunde erhielt Bayern dafür jedoch gerade einmal 2 Zuschläge, 1,6 Prozent des bundesweiten Zuschlagsvolumens. Die im aktuellen EEG-Entwurf vorgesehene geringe Anpassung des Referenzertragsmodells ändert daran nach Auffassung der Grünen im Grundsatz nichts.
Obwohl Ministerpräsident Markus Söder und die CSU die Südquote öffentlich unterstützen, hat Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sie bislang nicht in ihre Gesetzentwürfe aufgenommen. Diese werden aktuell im Bundestag beraten – in der kommenden Sitzungswoche entscheidet sich, ob die Südquote noch in die laufenden Verfahren aufgenommen wird.